Druckluft ist bislang eher für feste Installationen gedacht. Auch Vakuum-Greifer von Schmalz arbeiten vorwiegend mit Leitungen, die oft quer durch Hallen und Anlagen geführt werden müssen. Doch die mobile Robotik benötigt zunehmend flexible Lösungen. Ein Bedarf, dem Schmalz nun verstärkt nachkommen will.

Vakuumtechnik greift, hält und bewegt Werkstücke in der Elektronikfertigung, in Logistikprozessen oder in der Automobilindustrie. Klassisch erzeugen Ejektoren das Vakuum mit Druckluft. Die Technologie ist etabliert und bildet weiterhin das Rückgrat vieler Anlagen. Doch neue Produktionskonzepte verlangen nach zusätzlichen Systemen.
Neue Anforderungen
Modulare Fabriken, mobile Robotik und steigende Energiepreise verändern die Automatisierung. AMR und fahrerlose Transportsysteme (FTS, auch Automated Guided Vehicle, AGV) bewegen sich frei durch das Werk. Sie können keine stationären Medienanschlüsse mitführen. Kollaborative Roboter (Cobots) folgen ebenfalls einem anderen Prinzip als klassische Industrieroboter. Sie sind leicht, flexibel einsetzbar und wechseln ihren Arbeitsplatz.

Die Stärken von externer Druckluft liegen aber woanders. Michael Pojtinger, Leiter Geschäftsentwicklungsprozess Vakuum-Automation (Komponenten) bei Schmalz in Glatten, erläutert die neuen elektrischen Vakuum-Erzeuger von Schmalz. Sie arbeiten ohne zentrale Druckluft, ein Stromanschluss genügt.
Elektromotor integriert
Damit treibt ein integrierter Elektromotor eine Pumpe oder ein Gebläse an. Das System baut den erforderlichen Unterdruck direkt am Einsatzort auf. Die Energie stammt aus dem Stromnetz oder aus der Fahrzeugbatterie des Roboters. Das Vakuum entsteht unmittelbar am End-of-Arm-Tooling (EOAT). Damit wird die Greifeinheit zu einem autarken System und funktioniert unabhängig von stationären Anschlusspunkten.
Fotos: Schmalz
Für AMR- und AGV-Anwendungen eröffnen sich dadurch neue Spielräume. Die Roboter bewegen sich ohne Schlauchverbindungen durch die Produktion und benötigen keine feste Medienversorgung. Auch bei Cobots wirkt sich dieser Ansatz aus. Da sie häufig in wechselnden Umgebungen arbeiten, zählt jede eingesparte Schnittstelle. Elektrische Vakuum-Erzeuger kommen ohne externe Luftaufbereitung aus und vereinfachen dadurch Integration und Inbetriebnahme.
Leitungsnetz entfällt
Elektrische Vakuum-Erzeuger generieren den erforderlichen Unterdruck direkt am Einsatzort und benötigen keine zentrale Druckluft-Infrastruktur. «Das Handling bleibt kraftvoll und prozesssicher, auch wenn das Leitungsnetz entfällt», bringt es Michael Pojtinger auf den Punkt. Vorteile zeigen sich auch in der Fabrikplanung, denn Produktionszellen lassen sich unkompliziert versetzen, wenn Druckluftleitungen nicht neu verlegt werden müssen. Strom steht in der Regel flächendeckend zur Verfügung. Das reduziert
Planungsaufwand und Stillstandszeiten bei Umbauten.

















